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Wie berechnest du den Preis für einen Reinigungsauftrag?

Ein Kunde möchte sein Gebäude regelmäßig reinigen lassen. Du kennst deinen Preis pro Arbeitsstunde. Jetzt ermitteln wir, wie viel Arbeit der Auftrag macht und welcher Monatspreis daraus wird.

Du brauchst Zeit und Stundenpreis

Die Grundidee ist einfach: Arbeitsstunden für den Auftrag × dein Preis pro Stunde = Preis für den Kunden. Wir benutzen die 34,10 € aus Teil 1.

Das ist der Kundenpreis pro Stunde, nicht der Lohn. Löhne, weitere Betriebskosten und geplanter Gewinn sind darin schon enthalten. Du kennst deinen Stundenpreis noch nicht? Beginne mit Teil 1.

„Unterhaltsreinigung“ bedeutet hier: die regelmäßig wiederkehrende Reinigung. „Objekt“ ist das Gebäude oder die Fläche deines Kunden. Alle folgenden Zahlen sind erfundene Lernbeispiele.

1. Was genau sollst du reinigen?

„600 m² reinigen“ reicht als Beschreibung nicht. Ein freier Flur ist etwas anderes als ein Raum mit Toiletten und Waschbecken. Frage deshalb vor Ort: Welche Bereiche? Welche Arbeiten? Wie oft?

Unser Beispielgebäude besteht aus 400 m² Büro, 60 m² Sanitär, 100 m² Flur und 40 m² Treppe. Wir beginnen nur mit dem Büro. Die anderen Bereiche kommen danach dazu.

Für das Büro vereinbaren wir: Boden reinigen, Abfall leeren und freie Tischflächen abwischen, dreimal pro Woche. Eine solche Liste heißt Leistungsverzeichnis. Sie hält fest, was der Kunde für den Preis bekommt.

Leistungsverzeichnis und Kalenderannahmen öffnen

Das Beispielgebäude hat 600 m² tatsächlich zu reinigende Fläche. Wir unterstellen normale Nutzung, frei zugängliche Bereiche und abgestimmte Reinigungsverfahren. Die Zeitansätze sind eigene Modellannahmen, keine gemessenen Leistungswerte und kein Marktpreis.

Vereinfachtes Leistungsverzeichnis · fiktives 600-m²-Objekt
BereichFlächem²Arbeiten je TerminRhythmus
Büro400 m²Bodenpflege, Abfall, freie Schreibtischflächen und Griffspuren3× pro Woche
Sanitär60 m²Boden, WC, Waschbecken, Armaturen, Spiegel und Abfall5× pro Woche
Flur100 m²Bodenpflege auf zugänglichen Verkehrsflächen5× pro Woche
Treppe40 m²Stufen und Podeste reinigen, Handlauf abwischen2× pro Woche

Breite Tabellen lassen sich seitlich verschieben. Fensterreinigung, Grundreinigung, Desinfektionsleistungen und Nutzerverbrauchsmittel wie Toilettenpapier sind in diesem Beispiel nicht enthalten.

Welche Termine zählen wir?

Für die Modellrechnung setzen wir 52 Wochen an: 3 × 52 = 156, 5 × 52 = 260 und 2 × 52 = 104 Ausführungen pro Jahr. Das ist kein ausgezählter Kalender für 2026. Im Angebot muss geklärt sein, ob Feiertagstermine entfallen, nachgeholt oder ausgeführt werden und welche Schließzeiten gelten. Erst daraus ergeben sich die tatsächlich vereinbarten Jahrestermine.

Beispiel: Entfallen nach dem vereinbarten Kalender sechs Bürotermine ersatzlos, rechnest du mit 150 statt 156. Werden sie verschoben und vollständig nachgeholt, bleibt die Anzahl gleich. Zusätzliche Kosten für besondere Einsatzzeiten sind in unserem Modell nicht angesetzt.

2. Wie viel Zeit braucht eine Reinigung?

In unserem Beispiel braucht eine Person für alle vereinbarten Büroarbeiten zwei Stunden. Diesen Zeitbedarf solltest du im eigenen Betrieb durch eine vollständige Probereinigung prüfen.

400 m² Büro in 2 Stunden reinigen

Das entspricht 200 m² pro Stunde.

„200 m² pro Stunde“ heißt auch Leistungswert, abgekürzt „200 m²/h“. Kennst du diesen Wert, kannst du rückwärts rechnen: 400 m² ÷ 200 m² pro Stunde = 2 Stunden.

Zähle die Zeit aller Personen: Zwei Personen, die jeweils eine Stunde arbeiten, kosten zusammen ebenfalls zwei Arbeitsstunden. Das nennen wir Personenstunden.

Aus einem Termin wird der Aufwand pro Monat

  1. 2 Stunden pro Termin × 3 Termine pro Woche= 6 Arbeitsstunden pro Woche für das Büro.
  2. 6 Stunden × 52 Wochen= 312 Stunden im Jahr. Wir rechnen zum Lernen mit 52 vollständigen Wochen.
  3. 312 Stunden ÷ 12 Monate= durchschnittlich 26 Stunden im Monat für das Büro.

Wir rechnen über das Jahr, weil Monate unterschiedlich lang sind. Vor einem echten Angebot zählst du die vereinbarten Termine: Feiertage und Schließzeiten können die Zahl verändern.

Jetzt kommen die anderen Bereiche dazu

Du rechnest Sanitär, Flur und Treppe genauso, jeweils mit ihren eigenen Zeiten und Terminen. Zusammen kommen unsere vier Bereiche auf 59,80 Stunden im Monat.

Zusätzlich braucht die Person bei jedem Besuch zehn Minuten, um Material vorzubereiten und durch das Gebäude zu gehen. Diese Zeit muss mitbezahlt werden. Sie ergibt hier weitere 3,61 Stunden pro Monat. Wir zählen sie einmal pro Gebäudebesuch.

59,80 Stunden Reinigung + 3,61 Stunden Vorbereitung und Wege

= rund 63,41 Arbeitsstunden im Monat

Die Jahresstunden Schritt für Schritt nachrechnen

Jahresstunden je Bereich = Fläche ÷ Leistungswert × Jahrestermine

Für das Büro: 400 m² ÷ 200 m²/h = 2 Personenstunden je Termin. Bei 156 Terminen sind das 312 Stunden im Jahr. Der Leistungswert umfasst hier alle vereinbarten Büroarbeiten; die 120 Minuten je Termin schlüsseln wir in einzelne Tätigkeiten auf.

Bereichszeiten ohne die anschließend separat addierten gemeinsamen Nebenzeiten
BereichLeistungm² / StundeZeith / TerminAusführungenpro JahrJahreszeitStunden
Büro2002,00156312,00
Sanitär601,00260260,00
Flur2500,40260104,00
Treppe1000,4010441,60
Bereichszeiten zusammen717,60

Der angenommene Treppenwert von 100 m²/h liegt unter der auf unserer Leistungswerte-Seite genannten GGGR-Spanne von 130–200 m²/h. Er dient hier als vorsichtige Modellannahme für kleinteilige Flächen und Handlaufarbeit; eine Objektbegehung und Probereinigung müssen den Ansatz bestätigen oder korrigieren.

Gemeinsame Rüst- und Wegezeit einmal ergänzen

Sanitär und Flur werden an fünf Tagen pro Woche gereinigt. Büro- und Treppentermine liegen auf denselben Einsatztagen. Deshalb planen wir insgesamt 260 Objektbesuche, nicht die Summe aller Raumgruppentermine.

Pro Objektbesuch kommen 10 Personenminuten für gemeinsame Vorbereitung und Wege im Gebäude hinzu. Diese Zeit steckt ausdrücklich noch nicht in den Bereichsleistungswerten. 10 × 260 ÷ 60 = 43,33 Stunden im Jahr.

717,60 h + 43,33 h = 760,93 Personenstunden pro Jahr

Geteilt durch zwölf: 63,41 Personenstunden pro Monat

Angezeigte Stunden sind gerundet. Die Preisrechnung verwendet ungerundete Werte. Zwei Reinigungskräfte mit je einer Stunde Einsatz ergeben zwei Personenstunden.

3. Welcher Monatspreis ergibt sich daraus?

Jetzt setzen wir die beiden Teile zusammen: die Arbeitszeit dieses Auftrags und den Stundenpreis aus Teil 1.

Rund 63,41 Arbeitsstunden × 34,10 € pro Stunde

= 2.162,32 € netto im Monat

Für den exakten Preis rechnen wir intern mit ungerundeten Stunden. „Netto“ heißt ohne Umsatzsteuer.

Dieser Betrag ist der Umsatz aus dem Auftrag, also das Geld, das der Auftrag ohne Umsatzsteuer einbringt. Er ist nicht dein Gewinn: Davon müssen die eingeplanten Löhne und Betriebskosten bezahlt werden.

Für einen Preisvergleich je Fläche musst du Arbeiten und Zeitraum gleich halten. So rechnest du Stundenpreis und Leistungswert in einen Quadratmeterpreis um.

Material und Geräte sind in unseren 34,10 € bereits enthalten. Du darfst dieselben Kosten nicht nochmals auf den Monatspreis aufschlagen. Besondere Zusatzleistungen prüfst du separat.

Preisrechnung und zusätzliche Leistungen öffnen

Wir verwenden 34,10 € netto pro Personenstunde aus unserer ausführlichen Stundensatzrechnung. Darin sind Lohn, Arbeitgeberkosten, bezahlte Ausfallzeiten, Objektleitung, Reinigungsmaterial, Geräte, Gemeinkosten und ein Gewinnaufschlag bereits berücksichtigt.

(717,60 h + 10 min × 260 ÷ 60) ÷ 12 × 34,10 €/h

Monatlicher Angebotspreis: 2.162,32 € netto

Das ist eine gleichmäßige monatliche Verteilung der geplanten Jahresleistung. Ob tatsächlich eine solche Monatspauschale vereinbart wird, gehört in den Vertrag. Bei Abrechnung nach ausgeführten Terminen schwanken die Monatsbeträge. Umsatzsteuer kommt entsprechend der steuerlichen Behandlung hinzu.

Was verändert eine zusätzliche Leistung?

Im Büro leeren wir in einer Variante den Abfall fünf- statt dreimal pro Woche und reinigen die Türen zusätzlich einmal monatlich. Dafür setzen wir weiterhin 15 Minuten je Abfallrunde und zusätzlich 20 Minuten pro monatlicher Türreinigung an.

Das ergibt 2,5 zusätzliche Stunden pro Monat und 85,25 € Mehrpreis. Der neue Modellpreis beträgt 2.247,57 €. Die Fläche ist unverändert. Zusätzliche Objektbesuche entstehen hier nicht, weil die Reinigungskräfte bereits an fünf Wochentagen im Gebäude sind.

Beide Leistungsverzeichnisse und den veränderten Leistungswert vergleichen →

Jetzt du: Was kostet ein größeres Büro?

Ändere zuerst nur die Bürofläche von 400 auf 800 m². Lass alle anderen Werte stehen. Das Büro braucht dann doppelt so viel Zeit. Der gesamte Preis verdoppelt sich nicht, weil Sanitär, Flur und Treppe gleich bleiben.

Hier stehen die Zahlen aus dem Beispiel. Beginne mit einer Änderung im Büro. Alle Ergebnisse sind ohne Umsatzsteuer.

Monatspreisohne Umsatzsteuer 2.162,32 €
Arbeitsaufwand je Bereich
Büro 26,00 h/Monat
Sanitär 21,67 h/Monat
Flur 8,67 h/Monat
Treppe 3,47 h/Monat

Wir bündeln die Bereiche auf gemeinsamen Einsatztagen. Der häufigste Rhythmus bestimmt die Zahl der Objektbesuche. Feiertage und Schließzeiten sind nicht abgezogen.

Berechneter Monatspreis 2.162,32 € ohne Umsatzsteuer

Ausgangsbeispiel

Bereiche
59,80 h/Monat
Vorbereitung und Wege
3,61 h/Monat
Arbeitsstunden gesamt
63,41 h/Monat

Werte werden intern ungerundet verrechnet. Der Monatspreis verteilt die Jahresleistung gleichmäßig auf zwölf Monate.

Dein Ergebnis mit dem Beispiel vergleichen

Mit 800 m² Büro steigt die Bürozeit von 26 auf 52 Stunden pro Monat. 26 zusätzliche Stunden × 34,10 € ergeben 886,60 € mehr. Der neue Monatspreis beträgt 3.048,92 €. Wenn du weitere Werte änderst, erhältst du natürlich ein anderes Ergebnis.

4. So überträgst du die Rechnung auf deinen Auftrag

  1. Vor Ort aufschreiben: zu reinigende Flächen, vereinbarte Arbeiten und Häufigkeit. Prüfe Möbel, Zugang und gewünschte Sauberkeit.
  2. Zeit prüfen: Miss eine vollständige Reinigung und addiere die Zeit aller beteiligten Personen. Vorbereitung, Wege und Anfahrt dürfen in deiner Planung nicht fehlen.
  3. Termine zählen: Kläre Feiertage und Betriebsschließungen mit dem Kunden. Rechne Arbeitszeit je Termin × tatsächliche Termine im Jahr.
  4. Preis berechnen: Jahresstunden ÷ 12 × deinen vollständigen Stundenpreis. Eine gleichbleibende Monatszahlung muss zum vereinbarten Abrechnungsmodell passen.
  5. Nachkalkulation: Plan und Ist vergleichen: Brauchst du wirklich so viel Zeit wie geplant? Wenn regelmäßig mehr Arbeit anfällt, prüfe die Ursache und korrigiere künftige Angebote.

Für ein echtes Angebot hältst du Umfang und Preis zusammen fest. Sonst versteht der Kunde unter „Reinigung“ vielleicht mehr Arbeiten, als du eingerechnet hast.

Checkliste für die Angebotsvorbereitung öffnen

Ein verwendbares Angebot braucht neben dem Preis den vereinbarten Umfang. Für dieses Beispiel gehören zusammen:

  • Objekt und Flächen: 400 m² Büro, 60 m² Sanitär, 100 m² Flur, 40 m² Treppe; tatsächliches Aufmaß vor Preisfreigabe prüfen.
  • Leistungsverzeichnis: Arbeiten und Rhythmus aus der Tabelle, definierte Qualität und ausdrücklich benannte Ausschlüsse.
  • Ausführung: konkrete Wochentage, Zugang, Reinigungszeitfenster und Umgang mit Feiertagen und Schließzeiten.
  • Preis: 2.162,32 € netto als Modell-Monatspauschale; Materialabgrenzung und eventuelle Zusatzkosten dokumentieren.
  • Vertragsangaben: Ansprechpartner, Beginn, Laufzeit, Abrechnung, Zahlungsbedingungen und Verfahren bei Leistungsänderungen.

In Facento führt der Weg über Objektaufnahme, Kalkulation und Angebotsvorbereitung. Der kalkulierte Preis und die bewusste Preisentscheidung bleiben dabei unterscheidbar. So überträgst du das gemischte Objekt in die Angebotsvorbereitung.

Die 600-m²-Rechnung ist eine Website-Modellrechnung. Die Produktaufnahmen auf der Angebotsseite zeigen das separat dokumentierte 420-m²-Beispiel, keine Aufnahme dieses gemischten Objekts.

Vor einer Preiszusage am Objekt prüfen

Alle Zeiten und Budgets sind Modellannahmen. Vor einer Preiszusage brauchst du die Daten und Qualitätsanforderungen deines Objekts.

Annahmen, Quellen und Grenzen prüfen

Prüfe die tatsächlich zugänglichen Flächen, Tätigkeiten, Qualitätsanforderungen, Personenzeiten und Kosten. Vergleiche nach dem Start die geplanten mit den tatsächlich geleisteten Stunden. Abweichungen können aus mehr Umfang, einer unpassenden Zeitannahme oder zusätzlichen Wegen entstehen.

Redaktion und Rechenmodell: Facento, 16. September 2026. Alle Flächen, Leistungswerte und Budgets sind eigene Annahmen. Die Mathematik wurde intern geprüft; eine unabhängige fachliche Prüfung und eine Praxismessung stehen aus.

Methodischer Hintergrund zur objektbezogenen Beurteilung: GGGR-Merkblatt „Empfehlungen zur Ermittlung von Leistungszahlen in der Unterhaltsreinigung“, Juli 2020. Das Merkblatt belegt keine der hier angenommenen Objektzeiten. Quellen zum Lohnansatz stehen in der Stundensatzrechnung.

Vom aufgenommenen Objekt zum vorbereiteten Angebot.

Sieh dir in einer Demo an, wie Objektaufnahme, Kalkulation und Angebotsvorbereitung in Facento zusammenarbeiten.

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